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Mehr als ein Klick:Die Kunst der Bildbearbeitung

Zwischen Raw (links) und fertig bearbeitetem Bild liegen Welten. Für mich braucht jedes Foto auch eine Version in schwarz-weiß


Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal in RAW fotografiert habe. Die Motive waren vielversprechend gewesen und ich konnte es kaum erwarten, die Bilder auf dem PC zu bewundern und final zu bearbeiten. Dann die Ernüchterung, als ich die eintönigen, fast farblosen Fotos groß vor mir sah. War das wirklich das Ergebnis dieser tollen Fotosession? Alles an den Bildern wirkte blass und traurig. Lichter und Schatten hatten kaum Tiefe, der Himmel war farblos, die Gesichter grau.


Ich wusste, dass ein RAW kein fertiges Bild ist und dass es viel mehr Spielraum bei der Bearbeitung lässt, als ein fertiges JPG, dessen Farben kräftiger leuchten und das auch ohne große Nachbearbeitung lebendig wirkt. Denn beim JPG hat die Kamera bereits alle wichtigen Entscheidungen getroffen: Sie hat Weißabgleich, Farbstil, Kontrast, Schärfe und Rauschreduzierung automatisch angewendet. Und das gar nicht einmal schlecht.


Das RAW hingegen entfaltet sein volles Potenzial erst bei der Bearbeitung, für die ich Adobe Lightroom nutze - mein digitales Fotolabor. Heute ist es mein zweites Zuhause, doch damals hätte ich beim Anblick der vielen Regler, Schaltflächen und mir unbekannten Begriffen fast das Handtuch geworfen. Wieder im gewohnten JPG-Format fotografiert. Die Kamera die meiste Arbeit erledigen lassen. Doch ich bin dran geblieben, habe experimentiert, über Tutorials dazugelernt und irgendwann wusste ich, wofür die zig Instumente meines Fotolabors gut sind – zumindest ein Großteil davon...



Das JPG zeigt also eine Interpretation der Kamera, ein bereits entwickeltes Bild, das RAW

ist eher eine leere Leinwand oder ein Negativ – voller Möglichkeiten, die ich lernen musste auszuschöpfen. Wie gesagt, mittlerweile ist mein digitales Fotostudio mein zweites Zuhause, in dem ich sehr viel Zeit verbringe. Das Shooting, aus dem die Beispielbilder stammen, hat 15 Minuten gedauert, die Bearbeitung mehrere Stunden.


Ein paar Bilder im Schnee, im Hintergrund die untergehende Sonne oder der sich langsam rosa färbende Abendhimmel. Nur zu sehen war davon auf den RAWs zunächst recht wenig. Der Himmel war zum Teil ebenso weiß wie der Schnee und mein Model Vaso hatte schwarzs statt braunes Haar und ein fahl wirkendes Gesicht.


Ich passte Belichtung, Tiefen und Kontrast an, bearbeitete Farbtemperatur, Sättigung und einzelnen Farben so, wie es meiner Meinung nach in Wirklichkeit ausgesehen hatte oder zur Stimmung des Bildes passte und entfernte das ein oder andere störende Element (das Etikett des Schals zum Beispiel - das hatte ich zwar immer wieder versteckt, doch weil Vaso viel in Bewegung war, lugte es doch auf dem ein oder anderen Bild wieder hervor).


Am Ende "malte" ich rosa Abendstimmung in den Himmel oder fügte den Bilder mit der untergehenden Sonne im Hintergrund noch ein paar zusätzliche Lichtreflexe hinzu und fertig waren die kleinen Kunstwerke. Nach der Bearbeitung strahlten Model und Szenerie das aus, was mich beim Shooting so begeistert hatte. Mittlerweile liebe ich die Nachbearbeitung mehr als das Fotografieren selbst, weil hier der größte Spielraum besteht.




Auch wenn ich manchmal etwas mehr nachhelfe als nötig und Farben auf meinen Bildern mehr leuchten, als sie es vielleicht bei trübem Wetter selbst konnten: Bildbearbeitung ist für mich kein Mittel zur Verfälschung, sondern zur Übersetzung. Sie übersetzt Licht, Stimmung und Emotionen in ein Bild, das dem nahekommt, was ich in diesem Moment empfunden habe. RAW-Dateien liefern dafür die Grundlage – Lightroom die Werkzeuge. Und erst im Zusammenspiel daraus entsteht das, was Fotografie für mich heute ausmacht: nicht das schnelle Ergebnis, sondern das schrittweise Freilegen dessen, was beim Fotografieren bereits da war.







 
 
 

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